Unglaubliches vom USB-Port
27. Februar 2008 – 17:35 von HenningSeitdem das gleichzeitige Einstöpseln von mehreren USB-Geräten nicht mehr unausweichlich zum Absturz des Computers führt, frönen die Daniel Düsentriebe dieser Welt der Erschaffung von interessanten, bisweilen auch etwas seltsam anmutenden Gadgets für die flinke serielle Schnittstelle.
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Computer-Veteranen können da zu Recht sagen: „Das hätte es damals am parallelen Printer-Port nicht gegeben!“ – aber den konnte man schließlich auch nicht bei Bedarf per Hub „vervielfältigen“. Und gerade weil das so ist und weil man niemals genug USB-Buchsen haben kann (eine Weisheit des neuen Jahrtausends?), ist es heutzutage die liebste Beschäftigung von Computer-Nutzern, das eigenen Kabelwirrwarr um neue USB-Hubs zu ergänzen.
An diese USB-Hubs kann man natürlich weitere USB-Geräte anschließen. Wer also noch keine 127 Geräte am USB-Port nutzt, kann beispielsweise einen praktischen Toaster, der nicht toastet, nutzen. Ein Toaster, der nicht als solcher fungiert, scheint zunächst mal sinnlos, doch entpuppt er sich als Lesegerät für alle Arten von Speicherkarten. Also hinein mit den SD-Cards, CF-Cards und MemorySticks. Aber nicht zu lange bräunen.
Gottlob gibt es diese inzwischen in den vielfältigsten Geschmacksrichtungen, so kann man sich statt dem langweiligen kleinen Blinkekästchen beispielsweise auch den “Hubman” auf den Tisch stellen – ein ganz anderes Gefühl. Der Gipfel der Verspieltheit sind dabei (bislang) Geräte wie die USB-beheizten Handschuhe, Kaffeetassenwärmer oder auch fernsteuerbare Vibratoren. Und für das Kind im Manne, der gerne einen kleinen Mittags-Krieg mit den Bürokollegen austrägt, kommt nur der USB-Raketenwerfer in Frage.
Wie bei allen neuen Technologien kommt nach “Wow!” der Neuerung die Verfeinerung und der Luxus. Die zarten Ansätze sind schon da: Warum sich z.B. mit einem schnöden USB-Stick abgeben, wie ihn jeder hat (und sei er auch noch so groß und schnell)? Als Hingucker muss da schon ein edleres Leder-Modell oder der umweltbewusste Holz-USB-Stick her. Diamantbesatz ist bislang im freien Handel noch nicht zum Massenschlager geworden, aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein.
Was bringt die Zukunft wohl noch an Peripherie? …
Ach wie schön war das doch in den 80ern: den richtigen Radiosender wählen, am Aufnahme-Knopf des Kassettenrecorder ausharren, den richtigen Moment abwarten und Aufnahme los. Das Resultat war ebenso beeindruckend wie der Weg dort hin – ein Mixtape. Die aktuellen Charts für den Walkman oder die “die Freundin kommt zum ersten mal zu Dir nach Hause“-Zusammenstellung, die auf jeden Fall dafür verantwortlich ist wie der Tag noch verlaufen wird. Meiner Meinung nach ein Stück Kultur, das in den letzten Jahren, im Zeitalter der MP3s und CD-Brenner, verloren gegangen ist.